Flugplatzgeschichte Großenhain
  Kommandeure 3
 

Sowjetische und GUS-Kommandeure in Großenhain (nur Zeitraum seit 1951)  

  • Gardeoberst S. W. Buschujew
  • Gardeoberst A. D. Jakimenko, Held der Sowjetunion*
  • Oberst D. A. Medwedew
  • Generalmajor der Flieger G. T. Jazenko
  • Generalmajor der Flieger I. A. Wischnjakow, Held der Sowjetunion**
  • Oberst A. I. Fukalow
  • Oberst A. N. Klujew
  • Generalmajor der Flieger W. S. Korsun
  • Generalmajor der Flieger A. N. Sakrewskij
  • Generalmajor der Flieger N. N. Prichodtschenko
  • Generalmajor der Flieger S. A. Kalenskij
  • Oberst K. K. Tschesnotschenko
  • Generalmajor der Flieger A. F. Tarasenko***
  • Oberst W. W. Rossochin
  • Oberst N. A. Kuschnarew
  • Generalmajor der Flieger A. A. Chramzow
  • Generalmajor der Flieger N. I. Posrednikow
 
* Anton Dimitrijewitsch Jakimenko – diente als Kommandeur in Großenhain in den 50er Jahren (ca. 1953?).
Im Buch „Sowjetische Asse“ wird sein Lebenslauf wie folgt dargestellt (hier in einer Grobübersetzung – d. A.):
In seinem Leben hat dieser ausgezeichnete Flieger 7934 Flüge auf 36 Flugzeugtypen absolviert und war dabei 5680 Stunden in der Luft. In seinem Flugbuch wurden seit dem Überfall auf die Sowjetunion 1055 Kampfflüge mit 891 Flugstunden verzeichnet. Seinen ersten Flug machte der Offiziersschüler in Lugansk als Pilot der Militär-Luftwaffenschule im Herbst 1934 und der letzte Flug erfolgte fast 40 Jahre danach im Dezember 1972. Er brachte die ersten sowjetischen Flugzeuge — R-1, U-2 und I-5 – in die Luft und beim Fortgang seiner Flugkarriere durchstieß er die Schallmauer und stieg bis auf 20 km Höhe hinauf.
 
Er wurde am 5. Dezember 1913 in der Siedlung Wologarskoe des Gouvernements Jekaterinoslawskoj geboren. Er schloß 7 Schulklassen ab und lernte in der metallurgischen Fachschule in Lugansk. Später ist er Pilot an der Militär-Luftwaffenschule mit dem Namen „Proletariat des Donbass“. Nach dem Schulabgang diente er in Transbaikalien. Er erzielte seinen ersten Luftsieg am Fluss Galchin-Gol im Mai 1939. In einer I-16 mit der Bordnummer 18 leistete der Hauptfeldwebel-Pilot Jakimenko 100 Kampfflüge und besiegte in Luftkämpfen 7 japanische Flugzeuge. Anfang August 1939 wurde der Flugzeugführer der 2. Staffel des 22. IAP [IAP = Jagdflieger-Regiment] der 1. Armeegruppe Leutnant Jakimenko für den Abschuß von 3 Flugzeugen zum Titel des Helden der Sowjetunion vorgeschlagen. In einem der Kämpfe war er am rechten Bein verwundet worden. Er blieb jedoch im Dienst und nahm an den Kämpfen bis Abschluß des Waffenstillstandes am Galchin-Gol am 16. September 1939 teil.
 
Nach Ende der Kampfhandlungen rief ihn der Chef der Luftwaffe der Roten Armee J. Smuschkewitsch herbei und bot ihm eine Reihe von Ämtern bis hin zum General an. Jakimenko lehnte jedoch ab – nicht wegen eigener Unsicherheit, sondern wegen Fragen der zivilrechtlichen Haftung. [? - d. A.] Kurz vor dem Krieg beendete er Kurse, die der Vervollkommnung als Flugzeugführer dienten. Den Beginn des Großen Vaterländischen Krieges erlebte der Flieger in Ämtern an der südlichen Front. Als Kommandeur des 292. IAP besiegte er auf dem mit Kanonen bewaffneten Typ 24 der I-16 eine zweimotorige He 111. Später kämpfte er neben Tichwin und Katschalom über dem Kursker Bogen. Im Herbst 1941 bildete Major Jakimenko das 427. IAP (151. GIAP) [GIAP = Garde-Jagdflieger-Regiment]. Am Vorabend der Kursker Schlacht wurde die Gruppe " Schwert " gezielt für den Kampf mit den Jägern des Gegners geschaffen. Zum Ende der Schlacht bei Kursk gingen auf Jakimenkos Rechnung weitere 8 abgeschossene Flugzeuge des Gegners. Ende des Jahres 1944 wurde er zum Kommandeur des 150. GIAP, in dessen Bestand die ihm untergeordnete Gruppe "Schwert" überwiesen wurde. Nachdem die Kämpfe in Moldawien beendet waren, nahm er bei der Befreiung von Rumänien, Bulgarien, Ungarn an letzten Kampfflügen teil.
 
In der Zeit der Kampfhandlungen hatte Garde-Oberstleutnant Jakimenko 92 Luftkämpfe auf I-16, Jak-1, Jak-9 und Jak-3 bei denen er 38 Flugzeuge des Gegners (1 He 111, 8 Ju 88, 2 Fw 189, 11 Ju 87, 5 Мe 109, 4 Fw 190 und 7 japanische Flugzeuge) persönlich abschoß. In diesen Kämpfen wurde er selbst dreimal abgeschossen und notlandete mit seiner Maschine dreimal auf eigenem Territorium.
 
Im Jahr 1956 beendete er ein Studium an der Militärakademie des Generalstabes. Er befehligte die Flugdivision, die Luftwaffe des Militärbezirks und war stellvertretender Vorsitzender des Zentralkomitees der DOSAAF in der UdSSR. Der verdiente Militärflieger der UdSSR beendete seinen Dienst 1972 im Rang eines Generalleutnants. Er wohnte danach in Moskau und schrieb das Buch " Im Angriff — das "Schwert" (Мoskau, 1973).
 
Anton Dmitriewitsch Jakimenko ist auch der Gründer einer Fliegerdynastie: sein Sohn, Sergej Antonowitsch, Flieger-Inspektor und Oberst, fliegt auf Su-27, der Enkel Dmitrij Borisowitsch Sotow pilotiert MiG-29.
Jakimeno wurde mit dem Titel eines Helden der Sowjetunion (29.8.39), mit dem Leninorden, 4 Orden des Roten Banners, dem Suworow-Orden 3. Klasse, 2 Orden des Vaterländischen Krieges 1. Klasse, 3 Orden des Roten Sternes, vielen Medaillen und ausländischen Orden ausgezeichnet.
 
** Iwan Alexejewitsch Wischnjakow diente als Kommandeur in Großenhain in den 50er Jahren (ca. 1959?)
Im Buch „Sowjetische Asse“ wird sein Lebenslauf wie folgt dargestellt (hier in einer Grobübersetzung – d. A.):
Ist den 15. Juni 1917 im Dorf Tribunki des Tambower Gouvernements geboren worden. 1933 fuhr die Familie zu Moskau, wo Iwan die FSU [?] absolvierte. Danach arbeitete er in Metrostroe und lernte im Fliegerklub. Er beendete 1938 die Ausbildung in der Militärfliegerschule Borisoglebskoe, wo er als Fluglehrer arbeitete, später war er dann Fluglehrer an der Fliegerschule Batainskoi. Zum Anfang des Krieges hatte er sich fliegerische Fertigkeiten auf 8 Flugzeugtypen angeeignet und war 800 Stunden geflogen.
 
Er kam im Juli 1941 an die Front, wo er im Bestand des 296. IAP einige Dutzend Kampfflüge auf I-16 flog. Im Herbst wurde er in das 171. IAP, das dem Moskauer System PWO angehörte, überwiesen. Den ersten Sieg erzielte er am 27. Juni 1942, als er im Bezirk Woronesch eine Ju 87 abschoß. Im August zwang er eine Hs 126 zur Landung, deren Mannschaft gefangen genommen wurde. Ab Anfang 1943 kämpfte er auf einer La-5 mit der Aufschrift "Valerij Tschakalow" am Flugzeugrumpf. Der 13. Juli 1943 wurde "sein" Tag: in den drei Flügen hat er Ju 88, Fw 190 und Ме-109 abgeschossen. Ende  Oktober gelang es ihm in zwei Flügen mit dem Flugzeugführer A. Schewtsowym zwei "Fensterrahmen" [Fw-189 – d. A.] abzuschießen, die beharrlich die Luftaufklärung im Bezirk der Station Nasva ausführten. Für diesen Sieg wurden sie mit dem Alexander Newski-Orden belohnt.
 
In Februar 1945 wurden die Einheiten auf La-7 umgerüstet. Gerade am Tag der Roten Armee konnte Major Wischnjakow als Kommandeur des 171. IAP (315. IAD, 15. ВА) eine Fw 190 abschießen. Nach dem Ende des Krieges in Europa wurde das 147. IAP nach dem Fernen Osten verlegt, wo es mit Jak-9 an den Kämpfen teilnahm. Bei einem Tieffliegereinsatz wurde er abgeschossen, konnte aber das brennende Flugzeug mit Mühe auf den Flugplatz zurückbringen.
 
Insgesamt hat Wischnjakow 296 Kampfflüge geflogen, dabei 100 Luftkämpfe bestritten und persönlich 20 und in der Gruppe 3 weitere Flugzeuge des Gegners abgeschossen. Nach dem Krieg, im Jahr 1953, beendete er die ВВА [?]. Er flog auf reaktiven und Überschallmaschinen. 1973 publizierte er das Flieger-Buch "In Steilkurven". Ab 1975 war Wischnjakow Generalmajor der Luftflotte der Reserve [?]. Er lebte und arbeitete in Moskau.  
Er wurde ausgezeichnet als Held der Sowjetunion (23.2.48) sowie mit dem Lenin-Orden, 4 Rotbannerorden, dem Alexander Nevski-Orden, 2 Orden des Vaterländischen Krieges der 1. Klasse, dem Orden Roter Stern, dem Orden „Für den Dienst in der Heimat in den Streitkräften der UdSSR“ 3. Klasse und einigen Medaillen.
 
*** Anatolij Fjodorowitsch Tarasenko wurde am 1. Januar 1941 im Gebiet Stawropol im Vorland des Kaukasus geboren. Er studierte an den höchsten Ausbildungseinrichtungen der sowjetischen Militärflieger, an der Militärakademie der Luftstreitkräfte „J. A. Gagarin“ und an der Kriegsakademie des Generalstabes. Tarasenko wurde letzter Kommandeur der Luftstreitkräfte der Westgruppe der Streitkräfte in Deutschland bis zu deren Abzug und hatte damit Mitverantwortung für die Planung und Realisierung der Rückführung der GUS-Streitkräfte, welche eine einzigartige logistische Meisterleistung in der Luftfahrtgeschichte darstellte. 1994 wurde er Chef des Luftsicherheitsdienstes der Luftstreitkräfte Rußlands, zuletzt im Rang eines Generalobersten der Flieger.
 
In der Funktion als Chef der Luftsicherheit wurde sein Name in den deutschen und internationalen Medien im Zusammenhang mit zwei aufsehenerregenden Vorgängen genannt. Am 6. Dezember 1997 verursachte der Absturz einer russischen Militärmaschine vom Typ An-124 „Ruslan“ in ein Irkutsker Wohngebiet 143 Tote. Nach der Untersuchung der Unfallursachen teilte eine Kommission mit, daß das Unglück auf das gleichzeitige Versagen von drei der vier Triebwerke des gigantischen Transportflugzeuges zurückzuführen sei. Dieser Bericht wurde vom Chef des ukrainischen Herstellers der Triebwerke der An-124 energisch zurückgewiesen und führte zu russisch-ukrainischen Verstimmungen. Tarasenko, der auch der Chef der russischen Untersuchungskommission war, versprach daraufhin den vom ukrainischen Unternehmen PROGRESS vorgelegten Bericht, der den Unfall auf die Kristallisation von Eis und Kerosin zurückführte, sorgfältig zu prüfen.
 
Im Jahr 1999 bezog Tarasenko in einem Interview Stellung zum UFO-Phänomen von Greifswald und Usedom - geschehen am Abend des 24. August 1990 - und bestätigte, daß es sich bei den wahrgenommenen Lichtern um Leuchtmunition in der Luftschießzone II über der Ostsee handelte. Die beim letzten Seemanöver des Warschauer Vertrages mit Raketen hochgeschossenen Signalfackeln hingen an Fallschirmen und dienten als simulierte Ziele für infrarotgesteuerte Raketen. Ihr Auftreten in Gruppen sowie die Bewegung in Aufwinden über der Ostsee hatten zu lebhaften UFO-Spekulationen geführt!
Tarasenko lebt heute als Pensionär in Moskau.
 
 

 

 
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