Flugplatzgeschichte Großenhain
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In der Zeit des Kalten Krieges wurde auch westlich des Eisernen Vorhanges über den Flugplatz Großenhain berichtet. So schrieb das britischen Flugmagazin "Flight" Anfang der 50er Jahre in zwei Meldungen über Großenhain. Der erste Artikel erschien 1951. Die Übersetzungen erfolgten durch den Autor der Homepage.

"Ein flüchtiger Blick auf die Russen.
Ein typisches russisches Flugfeld in Deutschland wird durch einen Korrespondenten beschrieben. Es ist das von Großenhain, 60 km nordwestlich von Dresden, an der Autobahn von Berlin. Dieser war einer der ersten deutschen Flugplätze, der durch die russischen Luftstreitkräfte 1945 übernommen wurde, und die meisten der ursprünglichen Anlagen sind noch intakt. Im Jahr 1948 wurde die Rollbahn, die von Ost nach West verläuft, auf 2500 m verlängert; dann kamen eine Radarstation und zwei Funkstationen, eine davon ist mobil und befindet sich gegenwärtig auf der der Autobahn entgegengesetzt liegenden Seite des Flugplatzes. Die Zahl des sowjetischen Personals beträgt 3000 und es gibt dort drei Kompanien der Volkspolizei für Wachzwecke, deren Posten in Abständen von 20 m stationiert sind. Gegenwärtig sind auf dem Stützpunkt 120 MiG-15 stationiert und - wie üblich - einige Po-2 und Jak-14 für Übungs- und Verbindungszwecke. Das normale Training beinhaltet Übungsluftkämpfe, Bodenangriffe und Formationsfliegen, wobei die Zahl der daran beteiligten Flugzeuge gewöhnlich sieben oder neun beträgt."  

Es ist unschwer zu erkennen, daß dieser Bericht in einigen Details nicht allzu zuverlässig ist. Im nachfolgenden, zweiten Bericht werden hingegen möglicherweise Bemühungen  zum Aufbau einer zivilen Luftfahrtindustrie in der DDR mit Bestrebungen zum Aufbau von Kapazitäten zur Montage sowjetischer Militärstrahlflugzeuge vermengt. Es  heißt da im Magazin "Flight" vom 10. Oktober 1952:

"Ostdeutsche Produktion?
Aus Deutschland hört man, daß Offizielle der Junkers-Fabrik in Dessau (Ostdeutschland) nach ehemaligen Angehörigen des Werkes suchten. Dies betrifft insbesondere technische Angestellte, die unter Professor Hertel arbeiteten. Als keine derselben festgestellt werden konnten, wurden Anstrengungen unternommen, Leute mit ähnlicher Qualifikation aus Westdeutschland zu gewinnen. Obwohl einem Bericht zufolge Junkers Aufträge zur Flugzeugentwicklung und zum Entwurf von Details erhielt, hört man jetzt, daß nach einem Treffen in Karlshorst alle Aufträge für den Aufbau einer Flugzeugindustrie in Ostdeutschland gestrichen wurden, wahrscheinlich weil es unmöglich sein würde Details geheim zu halten. Ein Korrespondent fügte hinzu, daß Hauptkomponenten sowjetischer Flugzeuge in Finow und Großenhain gesichtet und dort auch durch russische Arbeiter zusammengebaut werden. Offenbar werden die Deutschen nicht als vertrauenswürdig genug für diese Arbeit angesehen."

 
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